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Forum zur Musterung, Ausmusterung und Verweigerung Musterung, Ausmusterung, Kriegsdienstverweigerung und Wehrdienstvermeidung
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chrisbvb09 Wehrpflicht-Newbie

Anmeldedatum: 08.03.2010 Beiträge: 1 Wohnort: Bernau
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Verfasst am: Mo, 08. März 2010, 20:44 Titel: T5 im KWEA Berlin durch vorgetäuschte "psychische Probl |
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Hallo,
Ich möchte Euch meine Erlebnisse und Erfahrungen bei meiner Musterung am 08.03.2010 im KWEA Berlin schildern:
Ich fuhr heute Morgen um 8:45 los. Das KWEA Berlin lag ziemlich abgelegen in Berlin-Adlershof, ich brauchte etwa 1,5 Stunden und kam pünktlich zu meinem Termin um 10:30 an.
Im Eingangsbereich erklärte mir eine Art Pförtner, wo es zur Anmeldung ging. Ich war in dem Moment etwas in Gedanken versunken und habe ihm irgendwie nicht so genau zugehört. Glücklicherweise liefen vor mir noch weitere Leute, die zur Musterung mussten. Ich ging ihnen nach und eine Etage höher gelangte ich dann auch in den korrekten Raum zur Anmeldung. Dort wurde ich von einem nicht gerade gut gelaunten Soldaten empfangen. Er lies sich meine Personalien bestätigen und fragte mich mürrig, ob ich Fahrtkostenerstattung beantragen wolle. Als ich dies bejahte gab er mir den Antragszettel und noch eine Art Laufzettelhefter, wo die Ärzte usw. reinschrieben, bei wem ich schon war mit und schickte mich in den Nachbarraum. Dort füllte ich mit Kuli den Fahrtkostenerstattungsantrag aus und musste dann in den nächsten Raum. Eine Sekretärin tippte irgendwas in ihren Computer ein und schickte mich in einen angrenzenden Warteraum.
Dort warteten gelangweilt viele weitere Musterungskandidaten (Es waren heute generell sehr viele da), welche verständlicherweise auch nicht gerade so aussahen, als wenn sie gern zum Bund wollen. Hier musste ich sehr lange warten (Zum Glück hatte ich mir vorsorglich eine Zeitung mitgenommen, mit einigen Leuten kam ich auch ab und zu ins Gespräch). Nach langer Zeit wurde ich endlich aufgerufen und in einen Raum geleitet.
Hier befragte mich eine etwa 50-jährige Frau, ob ich Wehrpflicht oder Zivildienst machen will, ich sagte, ich will zum Bund (Was natürlich nicht stimmt, aber ich hätte ja später noch verweigern können, da die einen wie man hört oft erst recht nehmen, wenn man von vornherein verweigert). Dann fragte sie mich, ob ich irgendwo speziell hin möchte (Heer, Marine, Luftwaffe), welche Fremdsprachen ich beherrsche und so. Anschließend schickte sie mich in den „Steuerungsraum“ oder so ähnlich.
Dort musste ich mit etwa 20(!) weiteren Musterungskandidaten warten. Eine Sachbearbeiterin unterhielt sich mit einer anderen und meinte, wie stressig es heute ist, weil heute extrem viele Leute gemustert wurden und am liebsten wäre sie heute zuhause geblieben. Die Angestellten hörten auch noch so eine doofe Schlagermusik, was das Warten noch unerträglicher machte. Weil so viele da waren, sagten die Angestellten schließlich, dass sich jeder erstmal für 15 Minuten die Beine vertreten kann, da die Ärzte bei so vielen Musterungskandidaten nicht mehr so schnell hinterherkommen^^ Diesen Vorschlag nahmen die meisten und auch ich an, so entkam man wenigstens dem Radiogedudel. Irgendwann wurde ich aufgerufen und bekam einen Spindschlüssel für die Umkleide, wo ich auch gleich hin sollte.
Hier musste ich wieder ewig warten. Die olle Lautsprecheranlage klang, als wenn man in eine hohle Gießkanne kreischt. Man konnte die Namen oft nur schwer verstehen, vor allem wenn Namen ähnlich klangen. Einmal wurde ein Name aufgerufen, der ganz ähnlich wie meiner war, so standen ein anderer und ich vor der Arzttür und es entstand kurze Zeit ein Durcheinander^^. Der andere war dann zuerst dran und ich musste wieder in die Kabine. Schließlich wurde (wirklich) mein Name aufgerufen.
Die Ärztin forderte mich auf, meine Botten und meine Jeans auszuziehen und mich auf die Waage zu stellen, danach maß sie meine Größe (64kgg/1,74m). Sie befragte mich außerdem, ob ich Drogen nehme, ich sagte nein. Anschließend musste ich noch in den Becher pissen und dann wieder in die Kabine. Nach weiteren Minuten Wartezeit musste ich zu einer anderen Ärztin in einem anderen Raum.
Ich setzte bei meiner geplanten “Taktik zur Ausmusterung“ mehr auf das psychische als auf erfundene Krankheiten. Bei Krankheitsfragen antwortete ich ehrlich, außer einer Brille hatte ich keine weiteren schlimmen. Die Ärztin (War sehr nett) befragte mich dann, ob ich unter psychischen Problemen leide. Hier erzählte ich nur „erfundene Geschichten“, die ich zuhause in etwa einstudiert habe, machte so gut es ging, einen auf „Schüchternen“ und hoffte, dass dies meine Ausmusterungschancen etwas erhöhen würde, neben meiner Brille. Ich sagte zu ihr, ich sei damals in der Schule gemobbt worden und hätte das noch nicht ganz verarbeitet, hätte angeblich nachts davon Alpträume und so weiter. Diese Taktik ging sogar besser auf, als ich jemals gedacht hätte! Sie führte zu meiner Ausmusterung!!!!!!!! Die Ärztin fragte noch, ob ich schon in psychologischer Behandlung deswegen war, was ich verneinte. Sie bot mir so was an, aber ich wich geschickt aus und sagte, das sei nicht zwingend nötig, da mir meine Familie sehr gut bei der Verarbeitung helfe, so dass ich im normalen Alltag noch gerade so damit klarkomme. Das ließ sie gelten. Anschließend meinte die Ärztin, ich würde eventuell große Probleme in der Truppe bekommen mit dem Drill und in Sachen Kameradschaft, aufgrund meiner psychischen Verfassung sei ich daher nicht wehrdiensttauglich! Meine Brille und meine Sehwerte interessierten die Ärztin nur herzlich wenig. Ich war selbst erstaunt, dass hauptsächlich eine einfache „ausgedachte“ Psychogeschichte zu meiner Ausmusterung führte, aber es klappte wirklich! Ich hatte meine Hauptchance eigentlich mehr in meiner Brille und meinen Sehwerten vermutet und wollte den Psychokram nur als Nebeneffekt einbauen. Allerdings liegt so was ja jeweils im Ermessen der Ärzte. Ich glaube, ich hatte einfach wirklich Glück mit der Ärztin gehabt, die war echt nett.
Zu weiteren medizinischen Untersuchungen (u.a. EKG) musste ich dann gar nicht mehr. Ich wurde dann noch in einen Warteraum geschickt und dort wenig später von einer Musterungsbeamtin in einen Nachbarraum geleitet, wo ich dann meinen“T5-Musterungsbeleg“ bekam und über die rechtlichen Sachen aufgeklärt wurde. Danach sagte sie: „Sie können das Gebäude nun verlassen“. Nach 2 Stunden war ich dann wieder draußen und FREI
Tut mir Leid, dass der Text etwas lang geworden ist
Lg Chris |
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Reeper Major

Anmeldedatum: 09.11.2009 Beiträge: 165
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Verfasst am: Di, 09. März 2010, 17:19 Titel: |
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Oh du geliebte Freiheit.... :-D
Ja die Psychischen Gründe sind heutzutage wirklich Gold wert^^ _________________ ICH ÜBERNEHME KEINE HAFTUNG FÜR MEINE AUSSAGEN |
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